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Hier erhalten Sie Informationen darüber, wie Sie XPlanung in Ihrer Geodateninfrastruktur (GDI), Ihrer Kommune, Ihrer Kreisverwaltung oder Ihrem Betrieb einrichten und produktiv machen können.

Inhaltsverzeichnis

XPlanung einrichten

Als Einstieg für die Einrichtung von XPlanung eignet sich das XPlanung-Rahmenkonzept.

Das XPlanung-Rahmenkonzept richtet sich an Projektauftraggeber insbesondere auf kommunaler Ebene, die den XPlanung-Standard nutzen wollen, aber noch nicht recht wissen, wie sie einsteigen sollen. An dieser Stelle soll eine Art Gebrauchsanleitung für die Einführung von XPlanung unter Zuhilfenahme des Rahmenkonzepts geliefert werden. Erläuterungen zum Rahmenkonzept mit einigen Praxisbeispielen bietet auch das Dokument Konzepte zur kommunalen Implementierung von XPlanung.

Das Rahmenkonzept nennt sechs „XPlanung-Szenarien“:

  • Raster und Umring (RU)
  • Konvertierung vektorieller Ausgangsdaten (K)
  • Thematische Vektorisierung (TV)
  • Interne Nachnutzung (IN)
  • Externe Bereitstellung (B)
  • Erfassung und Fortschreibung (EF)

Die Szenarien sind im Grunde Beschreibungen typischer Projekte, die auf die Nutzung von XPlanung abzielen. Die einzelnen Szenarien gehen von unterschiedlichen Ausgangssituationen und Zielen aus. Als Projektauftraggeber wird meist eine Kommunal- oder Kreisverwaltung angenommen. Eine Ausnahme bildet das Szenario „Erfassung und Fortschreibung“, das sich an Planer richtet, gleich ob innerhalb einer Kommune oder als externer Dienstleister. Drei der Szenarien (RU, TV und K) haben die Erzeugung XPlanGML-konformer Daten zum Ergebnis, die drei anderen (IN, B und EF) die Einrichtung bestimmter Software.

Das Rahmenkonzept bietet im Kapitel Zusammenwirken von XPlanung-Szenarien drei typische Blickwinkel für eine Einführungsstrategie auf kommunaler Ebene, differenziert nach Größe und Leistungsfähigkeit bzw. Zielsetzung der betreffenden Kommune.

Die möglichen Strategien zur Einführung von XPlanung lassen sich am besten an einem Beispiel erläutern:

Beispiel einer Einführungsstrategie für XPlanung

Nehmen wir an, Sie wollen als „mittelgroße“ (der Begriff bleibt an dieser Stelle mit Bedacht unbestimmt) Kommune XPlanung einführen. Sie verfügen über ein GIS. Sie besitzen eine Reihe von B-Plänen sowie den gültigen FNP einschließlich Änderungen in Papierform. Weiterhin geben manche der beauftragten Planungsbüros seit einiger Zeit auch digitale Daten ab, teils im DXF-Format, teils als ESRI-Shape.

Ihre Zielstellung besteht darin,

  1. alle rechtskräftigen Pläne in Ihrem GIS im Intranet verfügbar zu machen, so dass Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen (z.B. Planung, Bauverwaltung, Grünflächen) darauf zugreifen können.
  2. Sie denken auch daran, die Pläne im Internet bereitzustellen.
  3. Als Minimalvariante erscheint es Ihnen für die meisten vorhandenen Pläne ausreichend, wenn die Plandarstellung, so wie sie in Papierform vorliegt, im GIS bzw. im Internet in Form einer Rastergrafik lagerichtig dargestellt wird. Sie nehmen dabei in Kauf, dass für die betreffenden Pläne keine Vektor-basierenden Funktionalitäten verfügbar sind, d.h. Sie können weder nach bestimmten Objekttypen und Kriterien gezielt suchen noch können Sie Geoprocessing-Operationen wie raumbezogene Recherche, Verschneidung, Buffer-Bildung etc. einsetzen.
  4. Für bestimmte, neuere Pläne möchten Sie jedoch die wesentlichen Inhalte auch in Form von Vektor-Daten bereitstellen, um die Unzulänglichkeiten einer reinen Rasterdarstellung zu überwinden.
  5. Die bereits vorhandenen Vektordaten (dxf und Shape) möchten Sie nach Möglichkeit nach XPlanGML konvertieren und ebenfalls vektorbasiert bereitstellen.
  6. Von einem bestimmten Zeitpunkt an wollen Sie neu erstellte Pläne von vornherein als XPlanGML erhalten. Bei Änderungen an diesen Plänen soll XPlanGML als Austauschformat eingesetzt werden.

Diese sechs Zielstellungen lassen sich jeweils einem XPlanung-Szenario zuordnen:

1. --> IN

2. --> B

3. --> RU

4. --> TV

5. --> K

6. --> EF

Die Szenarien RU, TV und K dienen der Aufbereitung von „Altdaten“, d.h. vorhandener Pläne, die noch nicht im XPlanGML-Format vorliegen. Der „Output“ dieser Szenarien besteht in XPlanGML-konformen Datenbeständen unterschiedlicher Ausprägung (Rasterdaten und Umring-Vektoren bei RU, Vektordaten bei TV und K). TV setzt georeferenzierte Rasterdaten voraus, die Sie z.B. über RU erhalten, d.h. sie können die beiden Szenarien verbinden. Wie viele Pläne Sie in welchem Umfang über TV aufbereiten lassen sollten und für welche Sie sich mit RU begnügen können, ist nicht pauschal zu entscheiden und hängt von Ihren Zielen und Ressourcen ab. Für die Einführung von XPlanung ist es jedenfalls nicht erforderlich, sämtliche Altdaten einschließlich spezieller Signaturen und Zeichnungselemente vollständig zu vektorisieren. Das wäre vermutlich in den meisten Fällen vollkommen unwirtschaftlich. Andererseits erscheint es zweckmäßig, für derart wertvolle und aussagekräftige Geodaten wie sie Bauleitplanungs-Daten darstellen, die üblichen Vektorfunktionalitäten eines GIS zu erschließen. Ein typischer Fall für „Fingerspitzengefühl“.

Das Szenario K sollte mit Vorsicht angewendet werden. Falls Sie über gut strukturierte und einheitliche Vektordaten verfügen, können Sie durch Konvertierung sehr gute Ergebnisse erzielen. Häufig (vielmehr: meistens) erfüllen die vorhandenen Vektordaten jedoch diese Kriterien nicht. Dann sollte besser auf K verzichtet und auf andere Lösungen zurückgegriffen werden.

Vermutlich wollen Sie als mittelgroße Kommune diese drei Szenarien nicht selbst durchführen, sondern an externe Dienstleister vergeben. In diesem Fall müssen Sie sich nicht um die Einrichtung von Systemen kümmern, mit denen Sie die Szenarien umsetzen können – das überlassen Sie Ihrem externen Partner. Es gibt inzwischen einige Dienstleister, die hier eine Menge an Erfahrungen gesammelt haben.

Nach Abschluss von RU, TV und ggf. K möchten Sie die erzeugten Daten nun auch verwenden (wozu sonst der Aufwand?). Hierzu dienen die Szenarien IN und B. Bei IN handelt es sich im Grunde um die Einrichtung einer Importschnittstelle zu Ihrem GIS. Die meisten großen GIS-Anbieter haben inzwischen einen XPlanGML-Importer im Angebot, gewöhnlich auch zu moderaten Bedingungen (siehe Freie Software, Kommerzielle Software). Kontaktieren Sie hierfür Ihren GIS-Anbieter oder -Dienstleister. Neben der internen Bereitstellung möchten Sie die Daten auch im Internet verfügbar machen, wozu das Szenario B dient. Das Ergebnis dieses Szenarios ist ein System, mit dessen Hilfe Daten, die als XPlanGML vorliegen, im Internet als WMS und WFS bereitgestellt werden können. Es liegt in Ihrer Entscheidung, ob Sie solch ein System selbst einrichten und betreiben wollen oder ob sie es an einen externen Dienstleister vergeben. Beim Betrieb eines solchen Systems in Eigenregie spielen neben den speziellen Anforderungen an die Software auch Fragen der Datensicherheit eine Rolle. Falls Sie als Kommune bereits mit Geodaten im Internet stehen, haben Sie diese Hürde schon genommen, andernfalls müssen Sie diese Fragen klären. Software für B gibt es zwar noch nicht wie Sand am Meer, aber es existieren bereits gute Lösungen (siehe Freie Software, Kommerzielle Software). Eine Alternative besteht darin, diese Aufgabe einem Dritten zu überlassen, z.B. Ihrem Landkreis oder einem regionalen Rechenzentrum. Das setzt natürlich voraus, dass dieser Dritte hierzu bereit und in der Lage ist. Eine Kooperationslösung bietet sich auch deshalb an, weil Daten, die auf einer von mehreren Kommunen genutzten Plattform bereitgestellt werden, gebietsübergreifende Betrachtungen und Auswertungen ermöglichen.

Was nützen aufbereitete Altdaten, auch wenn sie intern und extern verfügbar sind, auf Dauer? Daten veralten von dem Tag ihrer Entstehung an. Daher muss über das Szenario EF die Nachhaltigkeit des Vorhabens „XPlanung-Einführung“ sichergestellt werden. Das Ergebnis dieses Szenarios besteht in einer qualitativ hochwertigen Erfassungs-Software, die den in EF skizzierten Anforderungen genügt. Der Markt bietet hierfür gute Lösungen an (Freie Software, Kommerzielle Software). Auch dieses Szenario werden Sie als mittelgroße Kommune vielleicht nicht selbst umsetzen wollen. Sie können das Szenario einem Dienstleister überlassen, indem Sie im Vergabeverfahren für eine Planerstellung entsprechende Anforderungen setzen. Hier liegen bislang noch kaum Erfahrungen vor – Sie sind also Pionier. Die Anforderungen, die hier gesetzt werden müssen, sind recht umfangreich. Eine alleinige Bezugnahme auf „XPlanung“ bzw. „XPlanGML“ im Ausschreibungstext wird für den beauftragten Planer kaum ausreichen. Der Standard XPlanGML in den unterschiedlichen Versionen bietet, wie alle Standards, Variationsmöglichkeiten für die Umsetzung (das Ergebnis von RU, also Rasterdaten und Umringe, ist bereits gültiges XPlanGML!). Was Not tut ist eine Musterausschreibung oder ein abgestimmter Text, der auf dem Szenario EF basiert und auf den man sich aus einer Ausschreibung heraus beziehen kann. Hierzu gibt es Entwürfe, die in absehbarer Zeit in dieses Wiki eingestellt werden sollen. Aber auch dann wird man noch Feinabstimmungen vornehmen müssen, um die Anforderungen der jeweiligen Geodateninfrastruktur bestmöglich zu erfüllen. Softwareseitig kann man auch hier feststellen, dass die grundsätzlichen Probleme gelöst sind. Das ist zwar an sich nicht Ihr Problem, da Sie bei dieser Einführungsstrategie das Szenario EF nicht selbst umsetzen, aber Sie können Ihren potentiellen Dienstleistern einen entsprechenden Hinweis geben ;-)

Die beschriebene Strategie gilt, wie gesagt, für „mittelgroße“ Kommunen. Kleine Kommunen, die über kein eigenes GIS verfügen auf der einen Seite, sowie größere und besser ausgestattete Kommunen, die regelmäßig Planungen im eigenen Haus erstellen, auf der anderen Seite, werden möglicherweise andere Strategien verfolgen wollen. Im Umriss finden Sie solche Strategien im Rahmenkonzept in Kap. 4 (siehe auch die Links in der Grafik). Auch werden sich die optimalen Strategien zwischen den einzelnen Bundesländern unterscheiden, je nach Vorgabe der Geodateninfrastruktur des jeweiligen Landes. In einigen Ländern gibt es Ansätze oder auch bereits recht konkrete Vorgaben / Positionierungen zu XPlanung, in anderen Ländern ist dagegen noch wenig erkennbar. Setzen Sie sich ggf. mit Ihrer Landes-Geodateninfrastruktur auseinander und fordern Sie Unterstützung ein! Im Vordergrund steht nicht allein die finanzielle Frage, sondern vor allem auch die ideelle und organisatorische Unterstützung. Beim Studium des Rahmenkonzepts wird man z.B. auf den Begriff „Datenprofil“ stoßen. Die hiermit verbundenen Aufgaben sind auf Landesebene gut aufgehoben.

Umsetzung auf Basis von XPlanung-Szenarien

Nun haben Sie bereits das Wesentliche verstanden (auch ohne vollständige Lektüre des Rahmenkonzepts) und können in die konkrete Umsetzung einsteigen. Dazu können Sie die folgende Grafik verwenden. Die Szenario-Abkürzungen sind mit Seiten verlinkt, über die Sie mittels weiterer Links an relevante Informationen zu dem betreffenden Szenario gelangen. Als erstes wird jeweils ein Link zu der Stelle im Rahmenkonzept angezeigt, an der das betreffende Szenario beschrieben ist. Weitere Links führen Sie zu Dokumenten, die für die Umsetzung des betreffenden Szenarios von Nutzen sein können, sowie zu Umsetzungsbeispielen. Einige der Informationen sind Bundesland-spezifisch. In diesen Fällen ist der betreffende Link durch den zweibuchstabigen Bundesland-Kürzel gekennzeichnet. Über „XPlanung-Szenarien“ gelangen Sie zum Beginn des entsprechenden Kapitels im Rahmenkonzept. Der Link Voraussetzungen und Ziele der XPlanung-Szenarien führt zu einer Tabelle im Rahmenkonzept, die Szenarien, Voraussetzungen und Ziele gegenüberstellt. Die Tabelle ist allerdings recht verdichtet; möglicherweise erschließen sich die Inhalte ohne weiter gehende Lektüre des Rahmenkonzepts nicht sofort. Über den Link Zusammenwirken von Szenarien gelangen Sie zum Anfang des Kapitels „Zusammenwirken von XPlanung-Szenarien“ im Rahmenkonzept sowie ggf. zu weiteren relevanten Informationen hierzu. Über die Links Kleine Kommune, Mittlere Kommune und Größere Kommune / Kreisfreie Stadt erhalten Sie Informationen zu entsprechenden Einführungsstrategien. Letzere sind als Beispiele aufzufassen und können selbstverständlich nach Bedarf angepasst werden.

XPlanung-Szenarien:

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   /                           \
  /              EF             \
 /                               \
/_________________________________\
|                |                |
|                |                |
|       IN       |        B       |
|                |                |
|________________|________________|
|                |                |
|                |                |
|        K       |       TV       |
|                |                |
|________________|________________|
|                                 |
|                RU               |
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Voraussetzungen und Ziele der XPlanung-Szenarien

Zusammenwirken von Szenarien (Kooperative Einführungsstrategien):

XPlanung anwenden

Wenn Sie bis hierher gelangt sind und sich durch die Grafik geklickt haben, besitzen Sie vermutlich bereits eine Vorstellung davon, wie Sie XPlanung bei sich einführen können. Einen zusätzlichen Zugang bieten Anwendungsfälle. Den Ausgangspunkt bildet hier die Frage, wozu der XPlanung-Standard konkret verwendet werden soll. Hierfür erreichen Sie über den Link XPlanung-Basis-Anwendungsfälle ein Anwendungsfall-Diagramm, das die grundsätzlichen Anwendungsfälle, die mit dem XPlanung-Standard verbunden sind, in abstrakter Form darstellt. Sie brauchen dieses Dokument jedoch nicht zu verinnerlichen, um XPlanung sinnvoll anzuwenden. Es wird hier aufgeführt, da im Weiteren auf Elemente aus diesem Dokument Bezug genommen wird. Darüber hinaus eröffnet es Interessierten ein vertieftes Verständnis der Zusammenhänge.

Die Links unterhalb der XPlanung-Basis-Anwendungsfälle führen Sie zu den Beschreibungen dreier typischer und teilweise verallgemeinerter Anwendungsfälle, in denen der XPlanung-Standard Verwendung findet. In diesen Beschreibungen finden Sie Kontext-bezogen weitere Informationen. Auch hier sind Bundesland-spezifische Dokumente mit den entsprechenden Kürzeln gekennzeichnet. Um die Anwendungsfälle zu realisieren, muss XPlanung naturgemäß zuvor eingerichtet werden. Daher sind an geeigneten Stellen als weitere Information diejenigen XPlanung-Szenarien aufgeführt, deren Umsetzung für den jeweiligen Anwendungsfall erforderlich ist.

Die dargestellten Anwendungsfälle sind teilweise als starke Verallgemeinerungen aufzufassen. In Ihrer Umgebung werden vermutlich konkrete Anwendungsfälle auftreten, die sich einem dieser drei grundlegenden Anwendungsfälle zuordnen lassen.

Die Auseinandersetzung mit den Anwendungsfällen kann Ihnen helfen, Sinn und Zweck der vorgesehenen XPlanung-Einführung näher zu bestimmen und Ihre Strategie zu justieren.

Konkrete Anwendungsfälle

Hier sind einige konkrete Anwendungsfälle aufgeführt. Diese können in der beschriebenen Form direkt auftreten oder sie stellen Beispiele für ähnlich gelagerte Anwendungsfälle in einer kommunalen Umgebung dar.

Die konkreten Anwendungsfälle greifen auf XPlanung-Basis-Anwendungsfälle zurück, die an den entsprechenden Stellen verlinkt sind.

XPlanung-Basis-Anwendungsfälle

Dies sind einige der XPlanung-Basis-Anwendungsfälle (keine vollständige Auflistung!). Sie stellen verallgemeinerte Schnittstellen dar, auf die konkrete Anwendungsfälle zurückgreifen können.

XPlanung-Basis-Anwendungsfälle für die Datennutzung

XPlanung-Basis-Anwendungsfälle für die Datenerzeugung

Anwendungsfall-Diagramm

Persönliche Werkzeuge